05.10.2020

Antrag: Rhön-Grabfeld soll Fairtrade-Landkreis werden !

Antrag vom 4.9.2020

 

Die Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN bringt folgenden Antrag zu Beratung und Beschluss in den Kreistag ein:

 

Der Landkreis Rhön-Grabfeld schließt sich der internationalen Kampagne von „Fairtrade-towns“ an, um den Fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern und wird sich entsprechend der fünf Bewerbungskriterien um den Titel „Fairtrade-Kreis“ bewerben. 

 

Begründung: 

„Fairtrade-Kreis“ (i.S. einer Fairtrade-town) zu werden bedeutet, ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen. Damit tragen der Landkreis Rhön-Grabfeld und seine engagierten Bürgerinnen und Bürger dazu bei, dass die Produzenten in Lateinamerika, Afrika und Asien bessere Preise für ihre Produkte erhalten und sie damit mit ihren Familien ein menschenwürdiges Leben führen können. 

„Fairtrade-Kreis“ zu sein bedeutet für den Landkreis ein Imageplus. Der faire Handel soll den Produzenten in den Entwicklungsländern Chancen bieten, “gerechte”, also über dem Weltmarktniveau liegende Preise für den Verkauf ihrer Produkte zu erzielen und durch die Förderung sozialer und ökologischer Projekte ihre persönlichen Lebensbedingungen verbessern. Spezielle Gütesiegel sollen dem Konsumenten helfen, sich in der immer breiter werdenden Palette der Angebote zu Recht zu finden. Diese Siegel garantieren den Verbraucherinnen und Verbrauchern durch die Erfüllung strenger Auflagen – die durch regelmäßige Kontrollen gewährleistet werden – dass die von ihnen erworbenen Produkte unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden und einen Beitrag dazu leisten, dass sich die soziale und wirtschaftliche Lage der Produzenten verbessert. „Fairtrade-Town“ kann ein Kreis, eine kreisfreie Stadt, eine Gemeinde/Stadt, ein Dorf oder eine Region sein. Der Status wird verliehen, wenn die folgenden fünf weltweit einheitlichen Kriterien erfüllt sind:

1) BeschlussEs liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Landratsbüro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Kreis den Titel „Fairtrade-Landkreis“anzustreben.

2) Steuerungsgruppe Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Landkreis“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Um erfolgreich zu sein, sollte die Steuerungsgruppe aus Vertretern verschiedener Zielgruppen bestehen. Mindestens sollten jeweils folgende Bereiche vertreten sein: Politik, z.B. ·Kreisverwaltung,·(Einzel-)Handel, z.B. ein/e VertreterIn eines Weltladens, Zivilgesellschaft, z.B. ein/r VertreterIn einer Lokalen Agenda 21-Gruppe.

3) Produkte aus Fairem Handel In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden mindestens 2 Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden mindestens 2 Fairtrade Produkte ausgeschenkt. 75.000 –80.000 Einwohner: 16 Einzelhandelsgeschäfte, 8 Gastronomiebetriebe 80.000 –85.000 Einwohner: 17 Einzelhandelsgeschäfte, 9 Gastronomiebetriebe

4) (Bildungs-)Aktivitäten In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. Bei einer Einwohnerzahl unter 200.000 muss jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden. Mindestens einmal pro Jahr sollte eine attraktive Aktion durchgeführt werden.

5) Medien Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Landkreis“. Ergebnis sollten mindestens 4 Artikel pro Jahr sein.

Wir stellen unseren Antrag zur Diskussion und freuen uns über Ihre Zustimmung.

Mit freundlichen Grüßen für die Fraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN Birgit Reder- Zirkelbach

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URL:https://www.gruene-rhoen-grabfeld.de/die-kreistagsfraktion/antraegeanfragen/expand/55028/nc/1/dn/1/