Energie & Umwelt

 

Energiewende weiterdenken! 

vorausschauend - kooperativ - entschieden

 

„Die Gefahr besteht nicht darin, dass wir uns zu hohe Ziele setzen und sie nicht erreichen, sondern darin, dass wir uns zu niedrige Ziele setzen und damit zufrieden sind.“

 

Energiewende

In einem neuen Energiekonzept für den Landkreis sollen alle Entwicklungen, die für die Energiewende im Landkreis notwendig sind, geplant werden.
Alle öffentlichen Gebäude und Dienstleitungen des Landkreises sollen auf die Verwendung von nachhaltig produzierter Energie aus dem Landkreis umgestellt werden. Bis spätestens 2030 soll der im Landkreis aus erneuerbaren Quellen produzierte Strom dazu ausreichen, alle kreiseigenen Gebäude zu versorgen, bei Neubauten und Renovierungen von kreiseigenen Gebäuden sollen ab sofort keine Öl- oder Gasheizungen mehr verbaut werden. Der Neubau öffentlicher Gebäude soll künftig nur in bestem Isolierungsstandard, z.B. Passivhausstandard oder Niedrigenergiehaus erfolgen, zusätzlich wird die Verwendung nachhaltig-regionaler Baustoffe präferiert. Neue kommunale Fahrzeuge sollen, wo dies unter Berücksichtigung der Anforderungen technisch machbar ist, mit Elektroantrieb angeschafft werden.
Unser Ziel ist es, bis 2040 Klimaneutralität aller landkreiseigenen Gebäude und Dienstleistungen zu erreichen.

Die Gewinnung erneuerbarer Energien im Landkreis soll ausgebaut werden:
Alle Neubauten, an deren Finanzierung der Landkreis beteiligt ist, und alle Dächer, deren Sanierung aus Landkreismitteln bezahlt wird, sollen zur Solarstromgewinnung durch Photovoltaikanlagen genutzt werden. Diese Dächer sollen auch für Bürgersolarprojekte zur Verfügung gestellt werden.
Um erneuerbare Energien speicherbar zu machen und so deren Verfügbarkeit dauerhaft zu sichern, soll im Überlandwerk ein Elektrolyseur errichtet werden, sodass von überschüssiger Energie in Zeiten hoher Produktion Wasserstoff gewonnen werden kann, der wiederum zur Energiegewinnung oder als Kraftstoff eingesetzt werden kann.
Für die Gewinnung erneuerbarer Energien z.B. durch Agrophotovoltaik sollen Vorrangflächen geschaffen werden. Die Energiewende stellt für ländliche Regionen eine große Chance dar, weil die Ballungsräume in Zukunft neben ihren Lebensmitteln auch ihre Energie aus Flächenlandkreisen wie Rhön-Grabfeld beziehen werden. Die Nutzung von Flächen für die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen kann so zukünftig viele Arbeitsplätze in den Landkreis bringen. Die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft werden dabei nicht gefährdet, da es, wie erste Pilotprojekte für Agro-Photovoltaikanlagen zeigen, nicht zu einer Flächenkonkurrenz kommen muss. Eine Doppelnutzung von Flächen zur Solarstromerzeugung und zur Landwirtschaft ist so möglich und erstrebenswert, auch, da Freilandphotovoltaikanlagen nachweislich die Biodiversität erhöhen und so einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Tier- und Pflanzenarten unserer Heimatregion leisten können.
Alle Dächer im Landkreis sollen auf ihre Tauglichkeit für die Gewinnung von Solarenergie hin analysiert werden, die Ergebnisse werden dann in einem Solarkataster den Hausbesitzern zugänglich gemacht, sodass sich jeder Interessierte schnell und unkompliziert darüber informieren kann, ob es sich für ihn lohnen würde, sein Dach mit einer Photovoltaikanlage auszustatten.

 

Förderung regionaler und ökologischer Landwirtschaft

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist staatlich anerkannte Ökomodellregion und verfolgt damit das Ziel den Ökolandbau in der Region zu stärken und zu fördern. Konkret soll der Ökolandbau in der Region ausgeweitet, die bio-regionalen Wertschöpfungsketten auf- und ausgebaut werden. Dabei geht es um die Förderung der bio-regionalen Verarbeitung und Vermarktung mit besonderer Berücksichtigung von handwerklichen Lebensmittelbetrieben und der Gastronomie. Weitere wichtige Ziele der Ökomodellregion sind die kontinuierliche Erhöhung des Anteils an bio-regionalen Lebensmitteln in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und bei landkreiseigenen Veranstaltungen sowie die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung zum Thema Ökolandbau. Die Umsetzung dieser Ziele soll zukünftig noch stärker vorangetrieben werden.

 

Förderung der Biodiversität, Artenschutz & Naturschutz

Ein zukunftsfähiger Waldumbau soll gefördert werden, die Privatwaldbesitzer sollen diesbezüglich beraten werden. Um einen nachhaltigen Waldumbau hin zu gesunden einheimischen Mischwäldern erzielen zu können, soll das soll ein nachhaltiges Waldmanagement nach dem Grundsatz „Wald vor Wild“ umgesetzt werden.
Die Begrünung von versiegelten Flächen wie Dächern und Fassaden soll ermöglicht und gefördert werden, um so mehr Lebensraum für Insekten und Kleintiere zu schaffen. Die Entstehung von Schotterwüsten soll vermieden und der Rückbau bestehender Schotterwüsten angeregt werden. Dem weiteren rasanten Flächenverbrauch soll Einhalt geboten werden und der Rückbau versiegelter Flächen angeregt und gefördert werden.
Langfristig soll der überwiegende Anteil der Straßenrandbegrünung gemäht statt gemulcht werden, um so Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen. Auf öffentlichem Grund soll die Anpflanzung von einheimischen und angepassten Bäumen, Sträuchern und Blühpflanzen ausgebaut und gefördert werden.
Um die Artenvielfalt in unserer Region zu fördern sollen die bestehenden artenreichen Biotope zu einem den gesamten Landkreis umfassenden Biotopverbundsystem ausgebaut werden, z.B. durch die Anlage von Streuobstwiesen- und streifen, Wildhecken, Uferrandstreifen und artenreichen Feld- und Waldsäumen.
Dadurch werden wichtige Lebensräume geschaffen und geschützt, Arten und Populationen, die stark gefährdet sind, können sich erholen und wieder ansiedeln.

 

Verminderung der Müllmenge

Um die im Landkreis anfallende Müllmenge langfristig wieder in unserer Region verwerten zu können, statt wie aktuell jährlich rund 14.500 Tonnen Müll nach Leuna in Sachsen-Anhalt zu fahren, soll ein Konzept zur Reduktion des anfallenden Mülls in unserem Landkreis erarbeitet werden. Das Augenmerk soll dabei besonders auf die Verminderung des Plastik-, Lebensmittel- und Gewerbemülls gerichtet werden.

 

Wasserspeicherung

Da durch den Klimawandel in Zukunft die Niederschlagsmenge in Franken immer weiter abnehmen wird, müssen schon jetzt Konzepte erarbeitet werden, wie wir in unserer Region auch zukünftig genügend Wasser zur Verfügung haben können, sodass auch weiterhin z.B. eine ertragreiche land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung möglich ist. Hierzu soll ein Wasserkonzept mit dem Ziel, besonders nachhaltige Formen der Wasserrückhaltung und Speicherung zu identifizieren und zu fördern, erarbeitet werden.

URL:https://www.gruene-rhoen-grabfeld.de/ziele-fuer-rhoen-grabfeld/energie-umwelt/